Die Arche Noah im Pazifik

Quito-Otavalo-San Cristobal-Floreana-Española-Genovesa-North Seymour-Bartolomé-Baltra-Santa Fe-South Plaza-Santa Cruz
Juni 2016

Nach einer Durststrecke von fast 6 Monaten konnten wir endlich wieder für ein paar Wochen verreisen. Wir entschieden uns für die Galapagosinseln – welche schon seit geraumer Zeit auf unserer Bucket-List standen – in Kombination mit dem Manu Nationalpark und Machu Picchu in Peru.

Zwei Tage verbrachten wir in Quito und vertrieben uns die Zeit mit einem Besuch des berühmten Handwerkermarktes in Otavalo, welcher täglich stattfindet, aber jeweils samstags am grössten und buntesten ist, und mit dem Besuch am Mitad del Mundo, auf Deutsch Mitte der Welt. Hier verläuft die Äquator-Linie, was mit dem Bau eines schönen Monumentes und eines gemütlichen Parkes untermauert worden ist. Erst mit dem Aufkommen von GPS hat sich herausgestellt, dass sich die richtige Äquatorlinie ca. 250m nördlich vom Monument befindet. Wie auch immer, so nah am Äquator waren wir trotzdem noch nie.

Endlich kam der Tag, wo wir auf die Galapagosinseln fliegen konnten. Via Gayaquil erreichten wir bald die Insel San Cristobal, wo wir das Flugzeug nicht verlassen konnten bevor es innen und aussen gründlich besprüht und desinfiziert worden war, damit keine Schädlinge auf die Inseln gelangen können. Carlos war unser Guide für die nächsten 8 Tage, die etwas in die Jahre gekommene, aber trotzdem gemütliche Motoryacht Estrella del Mar unser Zuhause und unsere 16-köpfige Gruppe bestand aus Leuten aus Schweden, Irland, England, Deutschland, Australien und der Schweiz. Zudem war eine 8-köpfige Crew für unser Wohl verantwortlich und verwöhnte uns kulinarisch. Sogar Denise als Vegetarierin hatte immer etwas Leckeres auf dem Teller.

In den 8 Tagen besuchten wir die Inseln San Cristobal, danach die zwei südlichen Inseln Floreana und Española, weiter ging es bei ruppigem Wellengang fast 100km nördlich nach Genovesa, gefolgt von North Seymour, Bartolomé, Baltra, Santa Fe, South Plaza und Santa Cruz im Zentrum des Archipels.

Die Galapagosinseln entstanden vor rund 10 Mio. Jahren und sind vulkanischen Ursprunges. Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt konnte sich dann im Laufe der Zeit entwickeln und wurde u.a. durch die Strömung, Wind, etc. angeschwemmt. Da die Tiere der Galapagosinseln kaum natürliche Feinde haben sind sie auch den Menschen gegenüber überhaupt nicht ängstlich. So ist es möglich, dass die Vögel auf dem Weg nisten und sich auch von den vorbeilaufenden Touristen nicht stören lassen. Ebenfalls muss man als Wanderer auch den vielen auf dem Weg schlafenden Seelöwen ausweichen und aufpassen, dass man nicht darüber stolpert. Von der Tier- und Pflanzenwelt sind wir immer noch fasziniert.

Die Artenvielfalt ist von Insel zu Insel unterschiedlich und so konnten wir von Säugetieren wie Galapagos-Seelöwe und -Seebären über Reptilien wie Galapagos-Riesenschildkröten, Landleguane, Meeresechsen, bis hin zu Vogelarten wie Flamingos, Blaufuss- Rotfuss- und Nazcatölpel, Fregattvögel, Albatrosse, Galapagos-Pinguine, Bussarde und Eulen sehen. Auf der Insel South Plaza lebt zudem die „Hybrid-Echse“, welche eine Kreuzung zwischen einer Meeresechse und einem Landleguan ist. Sie ist nur auf dieser Insel anzutreffen, weil sich deren Verbreitungsgebiet hier überlappt. Viele Tiere sind zudem endemisch, d.h. dass sie nur auf den Galapagosinseln vorkommen.

Ebenfalls kann sich die Unterwasserwelt sehen lassen. Trotz kühlen ca. 20 Grad Wassertemperatur hatten wir jeden Tag mindestens einen Schnorchelausflug, wenn nicht sogar mehr und mussten uns in die Tauchanzüge quetschen. Nach dem ersten Schock beim Sprung ins kühle Nass waren wir begeistert von der Unterwasserwelt. Hier gab es nebst gewaltigen und imposanten Lavatunnel auch Pinguine, Seelöwen, Meeresschildkröten, Rochen, Haie und sogar Hammerhaie zu bestaunen. Für uns gehört die Unterwasserwelt der Galapagosinseln zu den Schönsten und Eindrücklichsten, die wir je gesehen haben. Da ist auch das kalte Wasser schnell vergessen.

Besonders angetan waren wir von den drolligen Blaufusstölpeln, welche mit ihrem Tanz die Weibchen beeindrucken wollen. Dabei breiten sie die Flügel aus, heben den Schnabel und die Schwanzspitze Richtung Himmel und heben immer wieder abwechselnd ihre blauen Füsse. Übrigens ist der Blauton der Füsse von Vogel zu Vogel ganz unterschiedlich. Die Färbung ist nämlich unter anderem davon abhängig wie erfolgreich er bei der Fischjagd war. Je erfolgreicher der Fischfang, desto intensiver ist das Blau der Füsse.

Blaufusstölpel-Paar auf North Seymour - man beachte die unterschriedlich blauen Füsse. Es scheint als sei Er der erfolgreichere Fischer
Blaufusstölpel-Paar auf North Seymour – man beachte die unterschriedlich blauen Füsse. Es scheint als sei Er der erfolgreichere Fischer

Die 8 Tage auf dem Schiff vergingen wie im Flug und wir mussten Abschied nehmen vom Naturparadies Galapagos. Wie es in Peru weiterging, erfahrt ihr im nächsten Blog.

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